Gasverbrauch in Deutschland trotz fallender Preise rückläufig – mit regionalen Unterschieden

Gasverbrauch in Deutschland trotz fallender Preise rückläufig – mit regionalen Unterschieden

Trotz niedrigerer Gaspreise waren die Deutschen im vergangenen Jahr sparsam. Die Auswertung eines Vergleichsportals zeigt, dass die Haushalte ihren Verbrauch im Vergleich zu 2023 reduziert haben. Das ist aber kein neuer Trend, sondern eine schon seit 2021 zu beobachtende Entwicklung. Immer mehr Menschen scheinen ihre Heizgewohnheiten zu ändern – was sind die Gründe?

Spürbarer Rückgang – aber warum?

Verglichen mit 2023 ist der Gasverbrauch der Deutschen im letzten Jahr um durchschnittlich 6 Prozent zurückgegangen. Haushalte, die ihren Anbieter gewechselt haben, verbrauchten rund 19.400 Kilowattstunden (kWh) Gas. Dieses Ergebnis überrascht, da die Gaspreise in den letzten Monaten deutlich gesunken sind und für viele Kunden somit die Möglichkeit bestand, ihre Heizung wieder stärker zu nutzen.

Experten gehen davon aus, dass die Preisentwicklung weniger Einfluss auf das Verbraucherverhalten hat als ursprünglich erwartet. Stattdessen scheint es eine bewusste Veränderung beim Heizen zu geben. Viele Menschen sind seit der Energiekrise sensibler gegenüber den Kosten und achten zunehmend darauf, wie sie Energie konsumieren. Sparsame Geräte, verbesserte Isolierung und ein generelles Umdenken in Bezug auf den Verbrauch haben dazu geführt, dass viele Haushalte zurückhaltender agieren, auch wenn die Preise wieder gesunken sind.

Der Einfluss der Temperaturen

Ein weiterer Faktor für den reduzierten Verbrauch sind die Witterungsbedingungen. Laut Statistiken war 2024 das wärmste Jahr seit Wetteraufzeichnungen. Die durchschnittliche Temperatur in Deutschland lag bei 10,9 Grad Celsius – das entspricht einem Anstieg von 0,3 Grad im Vergleich zum Vorjahr. Durch das milde Wetter hatten viele Haushalte in Deutschland schlichtweg weniger Bedarf, die Heizungen anzuschalten.

Die Temperaturen erklären einen Teil des gesunkenen Gasverbrauchs – dennoch bleibt der langfristige Trend eines bewussteren Heizverhaltens ein Phänomen, das seit 2021 zu beobachten ist. Nachvollziehen lässt sich das unter anderem dank der Daten zum Gasmarkt auf „smard.de“. Die Auswertungen zeigen dort einen Rückgang von etwa 21 Prozent für den Zeitraum von Anfang 2021 bis Ende 2023.

Regionale Unterschiede im Gasverbrauch

Bei einem Blick auf den landesweiten Gasverbrauch im vergangenen Jahr fallen regionale Unterschiede auf. In Berlin wurde der stärkste Rückgang verzeichnet: Kunden, die dort ihren Gasanbieter gewechselt hatten, verbrauchten 2024 im Durchschnitt 14.835 kWh. Das entspricht einem Rückgang von 11 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Diese signifikante Einsparung spiegelt die zunehmende Sensibilisierung der Berliner gegenüber den Energiekosten wider.

Einsparungen ließen sich aber auch in anderen Bundesländern wie Sachsen-Anhalt, Hamburg, Mecklenburg-Vorpommern und Thüringen beobachten. Der Rückgang lag dort jeweils im Bereich von 8 bis 9 Prozent. In Regionen, in denen viele Haushalte entweder den Energieversorger gewechselt oder ihre Heizgewohnheiten angepasst haben, sind die Verbrauchszahlen vergleichsweise deutlich gesunken. Weniger stark ausgeprägt waren die Einsparungen in Bundesländern wie Bremen, Baden-Württemberg und Brandenburg. Dennoch zeigt sich auch dort ein nennenswerter Rückgang, der sich zwischen 2 und 5 Prozent bewegt.